Vom super Mann zum Superman

Hier ist er, der Supermensch – auch genannt : Inder.

Okay ich gebe zu es mag übertrieben klingen – aber mal ernsthaft, ich bin mir absolut sicher, dass die Jungs die hier heranwachsen, eines Tages (vielleicht keiner Supermänner) aber doch ziemlich super Männer werden.

Hier meine Argumente:

1. Herzensbildung : ‘living in love’ ist das Motto des Campus und wird den Boys durch eine tägliche Devotion (“Anbetung”) ans Herz getragen.
Wobei man sagen muss,dass es absolut nicht aufgezwungen ist, da diese bei den Big Boys meist selbstorganisiert statt findet.
Ein paar Jungs machen Musik. Man dankt und man bittet Gott.
Man stärkt sich innerlich, weiß sich geliebt und betet den Fokus nicht zu verlieren.

2. Helfersyndrom: “Mam have food” ist ein sehr beliebter Satz unserer small Boys, die auch ziemlich frech sein können- dieser Satz ist jedoch einer dieser ‘zu gerne würde ich dich jetzt ganz ganz ganz fest drücken’- Sätze.
Man muss sagen, dass es zwar immer 3 mal am Tag Essen gibt aber dieses ab und zu ein bisschen knapp ist- auch das hindert die Jungs jedoch nicht daran, das auch die Ma’ams versorgt werden müssen. That’s family!

Bei den Big Boys habe ich das Helfersyndrom darin entdeckt, dass es einer ihren größten Wünsche ist, den ‘Gospel zu sharen’ … Glaube teilen, Menschen das Leben erleichtern, Menschen erzählen, dass auch sie geliebt sind.
Wobei erwähnt werden muss, dass tatsächlich viele Inder noch nie von Gott und Jesus gehört haben- in Deutschland ziemlich unvorstellbar.
Ich liebe es – dass sie Jesus so sehr lieben- dass sie wissen, dass sie andere nur bereichern können- indem sie ihnen von ihrem Glauben erzählen.

3. Sportass : es war sportsday und da ich das Vergnügen hatte den Tag fotografisch festhalten zu dürfen,hatte ich eine wahrscheinlich ziemlich andere Sicht auf diesen Tag.
Es war wundervoll!
So viel Motivation, Energie, Zusammenhalt, Freude und zugegeben auch ein bisschen Enttäuschung, die sich aber durch gute Klassenkameraden und Co, schnell auflöste.
Und ja- die Inder können was.
Besonders überraschte mich der Hochsprung.
Gesprungen wird über eine Stange – mit Anlauf – und dahinter…naja, fehlt das wie ich es so schön beschrieb : große Bett zum landen… Stattdessen ein bisschen Sand- gute Landung!

P.S. : Ich Superheldin stellte eine Woche vorher mein Sprungtalent auf die Probe und überdehnte mir prompt die Bänder- klingt harmlos- tat jedoch ein paar Tage lang sch**** weh und ließ mich wie eine Großmutter über das Feld hoppeln. Immerhin bekam
ich genug Mitleid- Was wiederum recht gut tat ;-).
Die liebe Maxine hat unsere deutsche Ehre beim Lehrerrace jedoch wieder hergestellt und Silber geholt.Supergirl!

Naja um auf den Punkt zu kommen -unsere Shishyajungs haben so ziemlich alle Preise abgeräumt und gezeigt wo der Hammer hängt – bzw. Wie der Sper fliegt… Nur doof dass die Schule kein zweites Maßband hatte :D.

Allgemein wird der Sport auf dem Campus jede Saison geändert.
Fußball war im Monsoon.
Dann kam der indische Volkssport Cricket.
Jetzt Volleyball und Basketball.
Ich liebs!

4.Worktime.
Von klein auf werden die Jungs eine Stunde am Tag in die Farmarbeit mit eingebunden.
Pflanzen anbauen (ich sage Pflanzen, da ich im Gegensatz zu den Jungs mit den Namen des Gemüses and so on leider nicht so vertraut bin)
-Bewässerungsanlage aufbauen-
-Kühe füttern, einfangen mit FlipFlops (sehr amüsant zu sehen!)-
-Kuhgeburt helfen – Renovierungsarbeiten
Malerarbeiten und und und.
Die Jungs lernen von Anfang an wie angepackt wird – wie man sich im Leben selbst weiterhilft.

5. Brave heart
Ich laufe vom Abendessen heim- es ist dunkel und ich sehe zwei der big Boys mit den Köpfen im Gebüsch.
Belustigt stelle ich mich dazu, stecke meinen Kopf ins Gebüsch und frage amüsiert was denn so spannend sei.
‘can you see it? Can you see the colours? Look at the wonderful colours!’.
What do you mean?
The snake.
S.N.A.K.E.
Und schon war Sarahma’am drei Meter vom Gebüsch entfernt- mit halben Herzinfarkt sprang ich davon- zum Vergnügen der Jungs natürlich- super!
‘Do you know that this one is 14 times more toxic than a Cobra?’ brachte mein Herz dann fast zum Stillstand.
‘Look Sarah, how she moves her tongue! ‘. Jaaa die super Jungs haben Humor auch wenn es in dem Moment nicht unbedingt mein Humor war.
Obwohl sie dann doch recht schnell reagierten und mit Stöcken auf die Schlange einschlugen, gestand mir dann John ‘actually i don’t like killing’- in dem Moment war ich mir nicht ganz sicher ob ich das als Zeichen eines guten Herzens oder als lebensmüde auffassen sollte.
Als Zeichen seines guten Herzens beschloss er doch noch uns zu retten und das hübsche silberne Giftknäuel zu töten- praise the Lord !
Jap..das war ein guter Adrenalinkick! Danke Jungs 😉

6. Essen! Das Wort an sich ist poetisch genug.
Das Essen auf dem Campus wird von den Boys gemacht und schmeckt – meist- Innerhalb der Möglichkeiten genial!

7. Musik- immer und überall!
Es fängt bei unseren small Boys an und hört wahrscheinlich nie wieder auf. Gesungen wird beim Wäsche aufhängen, beim Hausaufgaben machen, beim arbeiten…
Bharat habe ich bisher mehr singen als reden hören!
Und viele sind wirklich gut, in dem was sie da vor sich hinsummen.

Und trommeln! Auf allem und überall.
Naja, was soll ich sagen- das Herz tanzt! Der Rhythmus liegt im Blut!

Die Bigboys bauen das Talent durch ausgiebiges Gitarre, Schlagzeug, Piano spielen sogar noch aus. Was mir in der Church schon das ein oder andere mal die Tränen in die Augen schießen lies.

Ich hoffe sehr, dass die Jungs sehen, dass all das was ihren Alltag schwierig macht, ihnen eines Tages von so großem Nutzen sein wird und vor allem ihr Herz und Charakter formt!

Auch wenn ich zugegeben durch all’ den Luxus daheim schon ein bisschen ‘verdorben’ bin, gebe ich mein bestes nicht zu sehr zu fluchen wenn das Wasser kalt ist. Versuche dankbarer zu sein. Versuche pflichtbewusster sein und naja so komisch es klingen mag : auf meinen eigenen Beinen zu stehen (wenn ich mir nicht gerade die Bänder überdehnt habe).

Ich mag sie die Supermenschen, manchmal mehr, manchmal weniger doch sie wachsen immer mehr ans Herz.

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