Angekommen.

Es tat weh zu schreiben.
Viel Trubel. Viele Reisen. Wunderbare Menschen.
Die small boys waren nicht mehr”die” small boys, sondern “unsere small boys”.
Die Wohnung war nicht mehr fremd, sondern unser Zuhause.
Hupen war nichtmehr nervig, sondern  das lebendige Geräusch unserer Heimat.
Ich wollte und konnte innerlich nicht Abschied nehmen.
Die Jungs kannten das. Ein Jahr Mam’ und dann kommt die nächste Mam’ mit neuen Spielen und neuen Ideen.
Ich kannte das nicht. Weder die Verantwortung, noch die Bindung und erst recht nicht das Goodbye boys.

Einpacken durfte ich sie nicht, meine Boys. Erfahrungen und Eigenschaften schon.
Dinge anzunehmen wie sie sind, Unterbrechungen willkommen zu heißen, das Leben lebendig sein lassen.Lebendig und unstrukturiert.

Doch selbst das hat nicht so recht funktioniert.
Ich meine, mal rausgeschaut ? Grau in Grau… Mistwetter!
Es regt mich auf, wenn die Bahn zu spät kommt.
Warum wollen immer dann Leute etwas von einem wenn man gerade im Stress ist?
All’ die Verhaltensweisen die ich Indien gelernt habe abzulegen, kehren zurück.
Darf ich mich darüber aufregen, dass ich mich aufrege?
MANN! Sarah? Wie kann es sein, dass du Leben so schnell verlernst?

Das Nachbereitungsseminar half uns zu reflektieren.
Was möchte ich nutzen, was möchte ich ablegen ?
Wir Teilnehmer waren uns 3 Monate nach dem weltwärts Jahr alle darüber einig,dass eine neue Stadt, neues Studium, neuer Lebensabschnitt und neue Erfahrungen, ankommen heißt.
Lüge!

Jetzt, nochmal 3 Monate und unzählige Heimweh nach Indien-Phasen später, verstehe ich immer mehr warum.
Jetzt, würde ich  ganz bestimmt nicht behaupten 100% angekommen zu sein, aber ich würde langsam sagen ich bin tatsächlich wieder da.
Es tut nichtmehr ganz so weh, diesen Eintrag zu schreiben. Ich reflektiere einzelne Ereignisse, fange an sie im interkulturellen Kontext zu sehen. Ich glaube ich lerne…. Lerne:
… dieses Jahr nicht als ein herausgerissenes Jahr voller Wunder und Abenteuer zu sehen
… dass ich Indien durch mein tägliches Handeln beeinflusse
… mich als Weltbürger zu verstehen
… den Sinn dieses Jahres zu verstehen

Wie das ? Das Jahr hat mich bewegt. Bewegt in meinem Welt- und Selbstverständnis.
Es hat mir und meinem Handeln mehr Sinn gegeben.
Gestalten.
Anfang: Gott fordert Abraham dazu auf die Tiere zu benennen
Heute: Gesellschaft fordert uns auf den Lebenslauf zu gestalten
Es wird von mir verlangt, mit dem in der Schule erhaltenen Wissen, mein Leben zu gestalten. Individualierung. Steche hervor, aber passe rein ist der Trend unserer Zeit.
Wie kann man denn da nicht überfordert sein? Wie gerne würde ich da gerne lieber mit Gott chillen und Tiere benennen.

Aber ich möchte das. Ich möchte mitgestalten. Mit Verantwortung übernehmen.
Mein Handeln hier in Deutschland hat Auswirkungen.
Ich möchte Gestalterin mit Kopf, Herz und Hand sein. Erkennen, Bewerten, Handeln.
Jetzt ein Jahr später stelle ich mich nichtmehr als Sarah, möchte gerne nach Indien aber weiß noch nicht so genau wohin in der Zukunft vor.
Ich bin Sarah, Gestalterin mit Herz, ich kenne meinen Schöpfer und lerne und wachse durch ihn.

Come on, get to know the creator and create.

 

 

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